Spaßiger Unsinniger Donnerstag

Friedlicher Hemadlenzn-Umzug

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Trotz verschneitem, kalten Wetter kamen wieder zahlreiche Faschingsfreunde im weißen Nachthemd, um in Dorfen den Winter am Unsinnigen Donnerstag auszutreiben.

Dorfen - Es war eine ruhige Veranstaltung bis der Hemadlenz in Form einer Strohpuppe am Marienplatz traditionell verbrannt wurde, um symbolisch den Winter auszutreiben. An die 2.500 Teilnehmer kamen aus allen Himmelsrichtung, um an diesen Spektakel teilzunehmen, zu der die Dorfener Karnevalsgesellschaft einlud.

Weißwurst-Frühstück und Vorglühen

Viele der Hemadlenzn trafen sich schon in aller Herrgottsfrüh zum Weißwurstessen oder Vorglühen bei Freunden. Auch einige Gaststuben hatten schon geöffnet, damit die Teilnehmer eine gute Grundlage für den rund zwei Stunden dauernden Umzug hatten. Schließlich fließt hier gewöhnlich immer sehr viel hochprozentige, flüssige Nahrung.

Auch Frischlinge wurden wieder einige gesichtet. Etwa Volker S. aus Dorfen, ein gebürtiger Franke. Er wohnt zwar schon zwölf Jahre in der Isenstadt, bekam heuer aber erstmals Ausgang. Sehr gut gefiel es ihm bei seinen Freunden von der AH, den Attraktiven Herren des TSV Dorfen, die ihn zu Weißwurst und Weißbier mitnahmen. "Ich hab mich ganz grob eingelesen, in der Literatur, die ich fand", verrät er, um auf die Faschingsgaudi vorbereitet zu sein. Allerdings schwächelte er ein bisschen beim Ouzo trinken. "Das ist gelebte Inklusion", meinte sein AH-Kamerad Siegi, der mit ihm hereinspazierte mit einem freundlichen "I bims, da Hemadlenz". Siegi war natürlich wie ein richtiger Hemadlenz angezogen, schlicht und ohne Plastikfirlefanz mit weiß geschminktem Gesicht. Denn der Hemadlenz ist ja gerade aufgestanden, noch müde und deshalb kasig. Im weißen Gewand und schwarzer Haube, die Mädels meistens mit einem Häubchen mit Rüschen und etwas Rotem als kleinen Farbtupfer im Nachtgewand ging es gegen 10 Uhr in die Erdinger Straße zur Aufstellung.

Promis im Rathaus

Ein Neuling war heuer auch Andreas Diehm, der neue Polizeichef. Er überwachte erstmals mit seinem Team den Umzug und war frohgemut. "Wir sind auf alles vorbereitet. Alle neuralgischen Punkten sind mit Fahrzeugen besetzt". Gerne ließ er sich von Stadträtin Barbara Lanzinger ein rotes Herzchen auf die Backe malen, wie sein Kollege, Hauptkommisssar Hans Rumpfinger, der ihm zur Seite stand. 

Ebenfalls ein Zugereister, aber bereits  zum zweiten Mal begeistert mit von der Partie war Klaus Steiner, Chef der Dorfener Stadtwerke. Für ihn als Rheinländer ist Fasching feiern eh das Höchste. 

Beide gehörten zur Prominenz, die sich sonst immer im Rathaus zum Weißwurst-Frühstück trifft. Wegen Ermangelung desselbigen Gebäudes speisten sie heuer im Sparkassensaal, wo sich auch die Chefs des Bankinstitutes,  Joachim Sommer und Michael Utschneider unters Volk mischten. Gern gesehene Gästen waren hier ebenso die Bürgermeister vieler Nachbargemeinden, etwa Gerlinde Siegl aus Lengdorf oder Ullrich Gaigl aus St. Wolfgang, sowie die Altbürgermeister Hermann Simmerl und Sepp Sterr. 

Türsteher verhinderten, das ungewünschte Gäste Einlass fanden. So war es im holzvertäfelten, großen Zimmer nicht ganz so gemütlich wie sonst in den kleinen kuscheligen alten Rathausräumen, wie einige bedauerten. 

Hemadlenzn-Umzug

Angeführt von der Dorfener Stadtkapelle setzte sich der Zug Punkt 10 Uhr über den Johannisplatz in Richtung Unterer Markt in Bewegung, um das Prinzenpaar Franziska I und Markus II vom Unteren Tor abzuholen. Die beiden waren im Turmzimmer schon ganz schön aufgeregt, kraxelten aber dann souverän ihrem weißgewandeten Volk über die Leiter entgegen. Wieder festen Boden unter den Füßen wurde dieses Ereignis mit einem "Himmel auf Erden"-Lied, der Stadthymne der Dorfener tanzend und schunkelnd gefeiert. Danach ging es weiter Richtung Rathausplatz, wo Bürgermeister Heinz Grundner abgeholt wurde, was wieder tanzend und schunkelnd aufgenommen wurden. Auch Bundestagsabgeordneter Andi Lenz schnappte sich nach der Reihe die schönen Mädels, um mit ihnen zu tanzen.

Danach marschierte die Hemadlenzn über die Haager Straße, den Bahnweg und die Brandstattgasse wieder über den Unteren Markt zum Marienplatz, um die Strohpuppe im Käfig zu entlassen und sie ihrem brennenden Schicksal zu übergeben. Tanzend und die Dorfener Hymne singend wurde dies ein weiteres Mal gefeiert. Nach und nach verzupften sich die Hemadlenzn in die umliegenden Kneipen, Stehausschänken oder in private Partyräume, um den Unsinnigen Donnerstag ausgiebig weiterzufeiern.

Bis dahin war es eine äußerst ruhige Veranstaltung. Auch das zwölfköpfige BRK-Team unter Leitung von Florian Hendryck hatte bis 12 Uhr keine Einsätze zu verzeichnen. 

Auch ein Kamerateam begleitete dieses Jahr wieder den Hemadlenzn-Umzug. Der Bericht wird nächsten Donnerstag, 15. Februar, um 19.45 Uhr bauf München.TV ausgestrahlt. 

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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