BRK-Haus Taufkirchen

Ideale Bedingungen für Rettungskräfte

+
Das neue BRK-Haus für eine knappe Million Euro.

Mitarbeiter brachten sich bei Planung ein.

Taufkirchen – Eine knappe Million wurde in das neue BRK-Haus Taufkirchen investiert. Die Einweihung wurde schon gefeiert, jetzt müssen  die Rettungskräfte nur noch in ihr neues Heim ziehen. Das soll in den nächsten Tagen geschehen. 

Das Projekt „Rettungswache“ war nicht einfach umzusetzen. Planungsbeginn war bereits 2015, der Spatenstich erst am 16. Januar 2017. Es gab größere Verzögerungen wegen einzuholender Genehmigungen und vor allem wegen mehrerer Gutachten für Lärmschutz und für Umweltschutz. Dennoch konnte die Bausumme von rund 994.000 Euro eingehalten werden. 

Wie dringend notwendig das BRK-Haus ist, zeigt die Einsatzstatistik. Im Vorjahr fuhr die Rettungswache Taufkirchen 1955 Einsätze und 77.981 Kilometer, dieses Jahr sind es bis zum 30. Juni schon 975 Einsätze und 39.012 Kilometer gewesen. Es zeichnet sich also eine steigende Tendenz ab. 

Das Gebäude ist insgesamt 564 Quadratmeter groß. Der Rettungswache stehen rund 232 Quadratmeter zur Verfügung, davon etwa 182 Quadratmeter für Sozial- und Funktionsräume und eine Garage. Das Ehrenamt nimmt etwa 334 Quadratmeter des Gebäudes ein, davon 164 Quadratmeter für Sozial- und Funktionsräume und drei Garagen.

24 Stunden, sieben Tage die Woche im Einsatz

In der BRK-Rettungwache arbeiten künftig neun hauptamtliche Mitarbeiter und rund 15 Ehrenamtliche im 24-Stunden-Rettungsdienst an sieben Tagen die Woche. Momentan sind sie noch in Containern neben dem Taufkirchener Freiwilligen Feuerwehrhaus am Hierlhof untergebracht. 

Neben der Rettungsdienstbesatzung kommen in dem Haus die Mitglieder und Fahrzeuge der Bereitschaft mit SEG (Schnelleinsatzgruppen)-Einheiten, der UG-Rett (Unterstützungsgruppe-Rettungsdienst) und der HvO-Gruppe (Helfer vor Ort) unter. Auch ein ELRD (Einsatzleitung Rettungsdienst) Fahrzeug wird hier positioniert werden. 

Wichtig war den Verantwortlichen des BRK, dass „keine Wache vom grünen Tisch“ geplant wird, erklärte BRK-Kreisvorsitzende Gisela van der Heijden bei der Einweihungsfeier. So erarbeiteten Fachleute wie Facilitymanager Albert Thurner, Rettungsdienstleiter Christian Caspari, Wachleiter Jürgen Götzel und Rettungsassistent Markus Dichtl ein funktionelles Raumprogramm. 

Mit viel Liebe zum Detail und in erfolgreicher Teamarbeit sorgten die Nutzer zudem für die günstige Ausstattung durch eigene Mitarbeiter und Firmen aus der Region. So polsterte Mitarbeiter Philipp Karbaumer die Eckbank, und der Vater eines Kollegen schreinerte das Mobiliar, wobei er nur das Material in Rechnung stellte. 

Auch den Umzug werden die Mitarbeiter in Eigenregie übernehmen. Das BRK Erding hatte bis 31. Mai 2015 einen Stellplatz mit Bestands-Rettungsdienst in Steinkirchen betrieben. Aufgrund der Empfehlung des INM-Gutachtens (Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement der LMU München) wurde dieser Standort geschlossen und gleichzeitig im fünf Kilometer südöstlich gelegenen Taufkirchen eine Rettungswache empfohlen. Das daraus resultierende Vergabeverfahren hat der BRK Kreisverband Erding gewonnen. 

Eingeschränkte Auswahl 

Laut Ausschreibungskriterien war nur ein Grundstück in zentraler Ortslage möglich, was die Auswahl sehr einschränkte. Der neue Standort bietet gute Ausfahrtmöglichkeiten in alle Himmelsrichtungen, vor allem auch genügend alternative Wegmöglichkeiten beim täglichen Stau auf B388 und B15 zu den Hauptverkehrszeiten, erklärt Pressesprecherin Danuta Pfanzelt schriftlich. 

Die Laufzeit des öffentlich-rechtlichen Vertrages dauert fünf Jahre, vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2019. Dann wird eine neue Ausschreibung erfolgen. Van der Heijden sagt: „Wir leisten gute Arbeit und ich bin überzeugt, dass wir den Zuschlag wieder kriegen“. Sollte dem nicht so sein, könnte man die entsprechenden Räumlichkeiten vermieten. 

Das Rote Kreuz biete in Taufkirchen im kommenden Jahr noch weitere Dienstleistungen an, etwa einen ambulanten Pflegedienst. Auch Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter freut sich, dass mit dem BRK-Haus endlich ein Platz geschaffen werden konnte, in dem hauptberufliche und ehrenamtliche Rettungskräfte künftig unter idealen Voraussetzungen ihren Dienst verrichten können. til

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

Auch interessant:

Meistgelesen

Über den Dächern von Dorfen
Über den Dächern von Dorfen
Was passiert, wenn nichts passiert
Was passiert, wenn nichts passiert
Bei Rot übers Bahngleis
Bei Rot übers Bahngleis
Sich arrangieren oder entfernen? 
Sich arrangieren oder entfernen? 

Kommentare