Breitbandausbau in Steinhöring

Ärger mit Breitbandausbau in Tulling

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Die Bewohner „Am Dichtlfeld“ fühlen sich zu wenig informiert bezüglich des geplanten Breitbandausbau.

Anwohner fühlen sich nicht informiert und beschweren sich – Unternehmen beschwichtigt

Tulling – Was, wann, wie, und wo, keine der Fragen bezüglich des Breitbandausbaus lässt sich auf Steinhörings Gemeindegebiet derzeit genau beantworten. Die Ausschreibung für das „engere“ südliche Gemeindegebiet, so die Information aus dem Rathaus, hat der niederbayerische Internetanbieter amplus AG gewonnen. Der Rest des Gemeindegebietes muss erst noch ausgeschrieben werden – das hat mit den Förderrichtlinien zu tun -, mit Ausnahme der Gebiete, für die die Deutsche Telekom Eigenausbau angemeldet hat. Zum „engeren“ südlichen Gemeindegebiet gehört auch der östlich gelegene Ortsteil Tulling und ist damit Ausbaugebiet der amplus AG.

Bewohner der dortigen Straße „Am Dichtlfeld“ sind allerdings sauer. Denn sie fühlen sich nicht informiert. Kürzlich habe man ein Schreiben des Unternehmens bekommen, erzählt der dort wohnende Helmut Puchner, mit einer Aufforderung, einen Vertrag mit der amplus AG bis Ende Februar über die Grundstücks- und Gebäudenutzung zu unterzeichnen, wenn man denn Glasfaserkabel ins eigene Haus wolle. Kostenpunkt: knapp 800 Euro pro Gebäude. Bemerkenswert, erzählt Puchner, dass er persönlich ein solches Schreiben gar nicht erhalten habe, obwohl auch er in dieser Straße wohnt. Offensichtlich hatte die Gemeinde eine veraltete Adresse weitergegeben, berichtet er. Das sei aber gar nicht der Punkt. 

Irritiert sei man vor allem ob der mangelnden Information. „Man weiß gar nicht, was das Unternehmen bei einem Hausanschluss eigentlich leistet. Bevor man den Vertrag unterzeichnet, möchte man schon erst einmal wissen, welche Rechte und Pflichten dieser Vertrag beinhaltet“. Auch über Fragen bezüglich Providerwechsel möchte man vorab informiert sein. Die Informationspflicht liegt bei der amplus AG.“ Die Bewohner der Straße „Am Dichtlfeld“ haben deshalb einen Beschwerdebrief an das Unternehmen geschickt. 

Der Pressesprecher der amplus AG, Reinhard Gier, gibt den Anwohnern Recht. Es täte ihm schrecklich leid, sagt er auf Nachfrage, „hier ist ein Missgeschick passiert.“ Ein Mitarbeiter, der für die Informationsveranstaltungen zuständig ist, sei unerwartet ins Krankenhaus gekommen, dadurch gab es wohl interne Schwierigkeiten. Die Aufklärung aber komme. Bereits für Ende Februar sei eine Infoveranstaltung geplant. „Bei uns ist es grundsätzlich üblich, nach Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit einer Gemeinde eine erste Informationsveranstaltung für die Bürger abzuhalten. Dort werden alle Fragen besprochen. Nach dem Tiefbau gibt es dann noch eine zweite.“ 

Dass sich die einzelnen Eigentümer finanziell am Hausanschluss beteiligen müssen, so erklärt Steinhörings Geschäftsleiter Wolfgang Donig, sei allerdings eine Entscheidung des Gemeinderates und nicht der amplus AG. „Der Breitbandausbau ist deutschlandweit ein riesen Projekt mit großen Förderprogrammen.“ Er versucht deutlich zu machen, dass hinter der Investitionssumme der einzelnen Bürger zunächst ein enormer Aufwand liegt, der schnelles Internet überhaupt erst möglich macht. „Die Fördergelder werden natürlich ausgereizt. Dennoch müssen sich die Bürger beteiligen.“ Wollt ihr Glasfaser oder nicht? – so etwa könnte die Gretchenfrage lauten. Nicht in jeder Gemeinde ist dies so, in manchen Fällen fallen Hausanschlussgebühren auch weg. 

Donig rät, zunächst keine bestehenden Verträge zu kündigen, lieber abzuwarten, „sonst könne es passieren, dass man am Ende ohne Anschluss dasteht.“ Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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