Herbstsymposium des kbo-Salzach-Klinikums

Therapie im Netz?

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Im Festsaal des kbo-Salzach-Klinikums fand das diesjährige Herbstsymposium

Die Entwicklungen im IT-Bereich machen auch vor der Psychotherapie keinen Halt. Dies wurde beim Herbstsymposium des kbo-Salzach-Klinikums deutlich

Wasserburg – Beim diesjährigen Herbstsymposium des kbo-Salzach-Klinikums kamen auch wieder allerlei Größen aus Forschung und Wissenschaft zusammen, um sich auszutauschen. Prof. Dr. Peter Zwanzger, ärztlicher Direktor am Klinikum freute sich sichtlich „großartige Referenten“ für diesen Tag gewonnen zu haben. Die deutschlandweit und international bekannten Psychologen, Ärzte und Psychiater boten jeweils kurze Vorträge zu den neuesten Ergebnissen ihrer Forschungsgebiete und stellten sich jeweils am Schluss den Fragen der Zuhörer.

Prof. Zwanzger sprach in seinem Vortrag über ein Update der Internettherapie. Die neuesten Entwicklungen im IT-Bereich machen auch vor der Psychotherapie keinen Halt. Heutzutage muss niemand mehr mit psychischen Erkrankungen ohne Austausch bleiben. Die verschiedensten sozialen Medien mit ihren Foren, Chats oder Infobörsen bieten jedem, der Internetzugang hat eine Kommunikation mit ebenfalls Betroffenen. Aber auch Beratungsangebote, die von Ärzten moderiert werden, bieten Aufklärung und Information. Und selbst in die Psychotherapie, zieht das Computerzeitalter mit ein, als gezielte Intervention, in Form von virtueller Realität.

Lebensechte Situationen können simuliert werden 

Mit den speziell aufgebauten Programme, die dem Patienten zum Beispiel dazu verhelfen, eine Phobie zu überwinden, können lebensechte Situationen simuliert werden, die es dem Patienten Stück für Stück ermöglichen, sich an die angstbesetzte Situation heranzutasten.

Man muss nichts anderes tun, als eine Maske aufzusetzen, eine Art überdimensionierte Brille und schon ist man „in einer anderen Welt“. Der Patienten kann sich nicht nur in seiner neuen Realität umsehen, sondern er fühlt sich ganz reell dort in dem Geschehen positioniert. Ist es zum Beispiel eine Arachnophobie, die Angst vor Spinnen, die eine Einschränkung im Verhalten eines Menschen verursacht, so kann der Therapeut sogar mit Hilfe des Programmes die Spinne lenken. Ein langsames „virtuelles“ Herantasten, welches aber als echt empfunden wird, ermöglicht hier eine äußerst wirksame Konfrontationstherapie. Denn das wichtigste, um solch eine Phobie zu überwinden ist das Durchhalten, also das Durchleben der Angstsituation. 

So nehmen laut Zwanzger, dann doch die meisten der Patienten lieber eine virtuelle Spinne in die Hand, als eine echte. „Hier sind ganz viele Szenarien möglich, und viele könnten sich besser der virtuellen Situation stellen, als der echten“. Stolz ist der ärztliche Direktor, dass seit letztem Jahr für wissenschaftliche Zwecke solch ein virtuelles Erleben auch in Wasserburg möglich ist, hat er doch schon 2009 in Münster mit dieser Art Forschung begonnen. Dr. Julia Diemer leitet das Projekt in Wasserburg, bei dem die verschiedensten Angsterkrankungen, wie zum Beispiel die Höhenangst virtuell behandelt werden. Tretner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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