Interview

Glasfaser: „Wir nehmen Kritik und Anregungen sehr ernst“

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Der Infoabend von Deutsche Glasfaser in Zorneding war ein bemerkenswerter „Infoabend“. Immerhin zeigten sich die Verantwortliche einsichtig, dass man die Probleme der Neukunden scheinbar zu leicht auf die Schulter genommen hatte.

Zorneding – „Hallo“ bat den am Infoabend aus gesundheitlichen Gründen abwesenden Projektleiter Benjamin Ogles um Stellungnahme:

Was war denn eigentlich Sinn und Zweck dieser Veranstaltung am 18. Januar? 

Diese Veranstaltung wird in allen unseren Projekten durchgeführt - mit dem Ziel, über den Stand der Bauphase zu informieren und etwaige Fragen zu beantworten.

Hatten Sie nicht wissen können, dass die Zornedinger unzufrieden sind mit Ihrer Leistung? 

Sowohl von der Gemeinde, von den Multiplikatoren, als auch vom Vertriebspartner „Birnstiel“ haben wir keine negativen Stimmen vernehmen können. Wir mussten also davon ausgehen, dass die Stimmung mindestens neutral ist.

Was müssen Sie Ihrer Meinung nach aufgrund der Erfahrung an diesem Abend in Zukunft besser machen?

Wir nehmen die Kritik und Anregungen sehr ernst und werden künftig diese Veranstaltung anders, effektiver und informativer gestalten.

Sie mussten doch eigentlich wissen, dass es keine freien Rohrleitungen gibt. Woher sollen diese nun kommen, wer soll die Bereitstellung, bezahlen? Und: Wie lange dauert es bis alle Kunden dann auch endgültig angeschlossen werden? 

Das System von Deutsche Glasfaser sieht wie folgt aus: Wir bauen FTTH und damit die Glasfaser bis in jede Wohneinheit (auch bis in jede Wohnung). Um in eine Wohnung in einem Mehrparteienhaus zu gelangen, benötigen wir ein Leerrohrsystem, ein Kabelschacht oder ähnliches – diese bauen wir nicht bzw. müssen bauseits vorhanden sein. Das haben wir auch so in sämtlichen Infoveranstaltungen während der Vermarktungsphase kommuniziert.

Wie haben Sie und Ihre Kollegen und Kolleginnen nach diesem Abend Fazit gezogen? 

Wie oben erwähnt, werden wir diese Art der Veranstaltung verbessern. Für Zorneding werden wir umgehend unsere Kunden über die aktuelle Terminsituation informieren und das Problem in den Hochhäusern, deren Besitzer/Mieter zurecht Kritik geübt haben, lösen. 

Es gibt Gerüchte, dass die Glasfaser Deutschland als Startup-Unternehmen via erfolgreicher Vertragskundenneuanwerbung ein Image auf dem Markt erreichen will, dass es als Übernahmeunternehmen für Marktführer interessant macht - was sagen Sie dazu? 

Darüber liegen mir keine Informationen vor.

Es gab am „Infoabend“ sicherlich nicht einen Gast, der im Anschluss daran ein Lob an Ihre Firma aussprechen würde. Gibt es so etwas wie Wiedergutmachung für die Zornedinger? Oder waren die Getränke umsonst bereits als solche gedacht - also vielleicht doch im Vorfeld so etwas wie schlechtes Gewissen? 

Wir übernehmen bei allen Informationsabenden die Getränkerechnung, nicht nur in Zorneding. Man sollte aber bei allem verständlichen Unmut nicht vergessen, dass hier ohne Zuzahlung der Bürger oder der Gemeinde ein hochmodernes, zukunftssicheres Glasfasernetz erstellt und zur Verfügung gestellt wird. Wir werden unser Möglichstes tun, um den Bau rasch voran zu bekommen.

Warum wurde eigentlich die Presse nicht von diesem Termin informiert? 

Die Presse wurde informiert und ist zum Teil auch vor Ort gewesen. Wir haben im Anschluss viele Fragen der diversen regionalen Pressevertreter beantwortet.

Anmerkung der Redaktion: Auf Anfrage bei den zuständigen Kommunikationsstellen wurde bestätigt, dass die Presse nicht eingeladen wurde, da es sich eigentlich um eine unspektakuläre Infoveranstaltung handeln würde. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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