Unterhaltung

Pferdebesitzer mit Ehrenschild "Kriegskamerad" gesucht

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Treue Pferde, die im Ersten Weltkrieg im Einsatz waren und diesen überlebt haben, wurden später, in der Mitte der 30er Jahre, als „Kriegskameraden“ ausgezeichnet

Im 1. Weltkrieg waren rund 1,5 Millionen deutsche Pferde im Einsatz. Nur etwa ein Drittel kehrte zurück. Der Diplomlandwirt Karl Finus aus Seeshaupt hat Ende 1935 mit einem Aufruf in der Zeitschrift „Der Deutsche Tierfreund“ damit begonnen die noch lebenden Kriegspferde des Ersten Weltkrieges zu ermitteln. Bis Anfang Februar 1936 waren schon 1164 nachweisbare Kriegspferde mit dem Ehrenschild „Kriegskamerad“ ausgezeichnet worden; zudem erhielten diese je einen halben Zentner Hafer als „Ehrenspende“. Ulrich Schiers hat zahlreiche Artikel aus dieser Zeit ausgewertet: demnach befanden sich im Landkreis Erding in Oberbayern die meisten Kriegspferde. Im November 1936 wurden dort siebzig Kriegspferde gezählt. Nach den Zeitungsmeldungen ist nicht sicher, ob es grundsätzlich ein Messingschild war, welches am Halfter befestigt wurde, oder später das emaillierte Schild.

Am 10. Juli 1936 wurde aus Bad Tölz berichtet: „Millionen von Pferden sind mit in den Weltkrieg gezogen, sind von feindlichen Geschossen zerfetzt worden oder an Überanstrengungen und Krankheiten zugrunde gegangen. Die zurückkamen blieben zunächst verschollen, bis die Tölzer Bauern beim Leonhardifest auf den schönen Gedanken kamen, die letzten Kriegspferde ihres Bezirkes zu ehren. Diese bekamen ein Messingschild umgehängt, darauf stand: Kriegskamerad, nicht mehr, aber diese fünfzehn marschierten in einer Gruppe für sich, mitten unter den bändergeschmückten und buchsbaumgezierten Rösser, die zur Pferdeweihe trabten. Und diese fünfzehn waren auf eine ergreifende Weise herausgehoben aus der festlichen Reihe durch das schlichte Wort: Kriegskamerad. Den Männern, die da ordensgeschmückt standen, wurde warm ums Herz. Die Kriegspferde waren ja wirkliche treue Kameraden unter Kameraden. Das haben die Reiter nicht vergessen, die mit ihnen Patrouillen geritten sind, und das haben die Fahrer nicht vergessen, die mit polternden Munitionskolonnen Nacht für Nacht an die Front gefahren sind, und das haben die Artilleristen nicht vergessen, denen sie die Kanonen durch den Schlamm und Schmutz gezogen haben.

Ulrich Schiers sucht nun dringend ein Foto, auf dem ein Pferd mit dem Ehrenschild am Halfter zu sehen ist. Wer im Landkreis Erding kann helfen!

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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