"Demokratie ist eine Errungenschaft, für die eingetreten werden muss"

Namen statt Nummern - Ausstellung am FMG

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Seit dem 1. Februar ist die Ausstellung Namen statt Nummern am FMG auch für die Öffentlichkeit zugänglich

Am Franz-Marc-Gymnasium eröffnet die Ausstellung „Namen statt Nummern“ in Gedenken an den Holocaust. Die Ausstellung ist auch der Öffentlichkeit zugänglich

Markt Schwaben - Zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts eröffnete das Markt Schwabener Gymnasiumdie Ausstellung „Namen statt Nummern“. Zur Eröffnungszeremonie erschienen neben der stellvertretenden Landrätin Magdalena Föstl, der SPD-Landtagsabgeordneten Doris Rauscher und Ex-Schulleiter Gerhard Dittmann auch die Bürgermeister Georg Hohmann (Markt Schwaben) und Albert Hingerl (Poing). Für das entsprechende musikalische Ambiente sorgten unter anderem das Oberstufenensemble und die Musiklehrer Alois Rottenaicher sowie Beate Palier durch die Darbietung mehrerer klassischer Stücke. 

Max Schmidt, Vorsitzender des Wertebündnisses Bayern und selbst lange Zeit Lehrkraft für Mathematik und Physik am Gymnasium Grafing, stellte in seiner Rede die Bedeutung der Demokratie heraus: „Die Demokratie ist eine Errungenschaft, für die eingetreten werden muss“. Seine Organisation wolle vor allem Jugendliche für die Thematik sensibilisieren und die Zusammenarbeit von Israel und Bayern durch Kooperationsprojekte vorantreiben. Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, wies darauf hin, dass Probleme wie Fremdenhass, Antisemitismus und systematische Ausgrenzung auch heute noch im Alltag präsent sind. 

Durch die Auseinandersetzung mit der Historie „können allerdings Brücken zu aktuellen politischen Ereignissen gebaut werden“. Sie merkte außerdem an, dass sich die Zahl der Zeitzeugen immer weiter reduziere, die meisten Kinder bekämen von ihren Großeltern keine Geschichten aus der Zeit des Holocausts mehr erzählt. Um das Bewusstsein für das Geschehene aber weiterhin stärken und dieses Wissen an nachfolgende Generationen weitergeben zu können, sind vor allem die Schulen in der Pflicht, den Heranwachsenden die richtigen Werte zu vermitteln und sie entsprechend über die damaligen Geschehnisse aufzuklären. Im Anschluss stellten neun Schüler des Arbeitskreises Politik Biografien von vier verfolgten jüdischen Lehrern mit Lebensmittelpunkt in München vor. 

In einer szenischen Lesung wurden ihre Lebens- und Leidensgeschichten anhand erhaltener zeitgenössischer Dokumente dargestellt. Die Biografien wurden bereits 2012 im Rahmen eines Seminars erarbeitet. Die damaligen Betreuer und mittlerweile pensionierten Lehrkräfte Heinz Mayer und Gerhard Böhm waren ebenfalls anwesend. Schulleiter Peter Popp bezeichnete die engagierten ehemaligen Kollegen liebevoll als „aktive Nicht-mehr-Aktive“. jn

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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