Eltern werden mit Problemen bei der Schülerbeförderung konfrontiert

Rowdys in Poinger Schulbussen

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Bei der Beförderung von Schülern kommt es in den Bussen vermehrt zu Problemen. Jetzt möchte die Gemeinde mit unterschiedlichen Maßnahmen durchgreifen

Poing – Dass es bei der Schülerbeförderung in Poing Probleme gibt, erfuhr der Gemeinderat erstmals in der Sitzung am 25. Oktober 2018. In der Gemeinderats-Sitzung am 15. November 2018 erläuterte Michael Krach, Chef des Poinger Jugendreferats, die Einzelheiten. Dazu gehören das Werfen von Gegenständen durch den Bus, Hin- und herlaufen sowie Turnen an den Haltestangen im Mittelgang. Diese Erfahrungen machten die Verwaltungs-Mitarbeiter (Fachbereiche 1 und 4), die die Busse nach der 5. und 6. Stunde begleiteten. 

Von denen lassen sich cira 30 bis 50 besonders Auffällige der gesamt 350 beförderten Schülern trotz mehrfacher Ansprache nicht beeinflussen – und gefährden weiterhin die anderen Mitfahrer durch ihr Verhalten. Kein Wunder, dass die Busfahrer resignieren und die Fahrten nicht mehr fortsetzen wollen. Zumal die bei Unfällen als Erste in die Verantwortung genommen werden. Das Busunternehmen hat dringend gebeten, eine ständige Busbegleitung für die Fahrten mittags und nachmittags einzusetzen, die sicherstellt, dass das gefährdende Verhalten im Interesse der Kinder und auch im Interesse einer sicheren Schü- lerbeförderung im Straßenverkehr aufhört. 

Die Verwaltung hat mehrmals im letzten Schuljahr 2017/2018 – zuletzt am 25. Oktober – Elternbriefe über die Schulleitungen versenden lassen. Darin wurden die Eltern auf die problematische Situation hingewiesen und zuletzt dringlich aufgefordert worden, ihren Kindern das mit dem Verhalten verbundene Unfallrisiko ebenfalls erzieherisch zu vermitteln. Jetzt wurden Nägeln mit Köpfen gemacht: Bei einem Treffen am 12. November vereinbarten Polizei, Schulleitungen, Busunternehmen und Verwaltung einen Maßnahmen-Katalog: 

1. Der Fachbereich 4 (Kinder, Jugend, Familie) wird die bisher anonymisierten Buskarten einziehen lassen und gibt im Austausch neue Fahrkarten mit den Namen der Schüler zur Identitätsfeststellung seitens der Busbegleitungen aus. 

2. Zwei Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung werden weiterhin die KW 47 und 48 in der 5. und 6. Stunde befristet begleiten. Die Eltern werden entsprechend in KW 46 informiert, dass diese Schulbusbegleitung weiterhin erfolgt. 

3. In KW 49 wird das Projekt „Guten Morgen Busfahrer“, ein Aufklärungsfilm sowie im Zeitraum einer Woche eine praktische Schulung der Grundschulklassen mit Unfallsimulation und Verhalten im Bus für die Grundschule an der Karl-Sittler-Straße und Am Bergfeld vor Ort mit dem Busunternehmen, mit den Lehrkräften, mit der Polizei und dem Ordnungsamt durchgeführt. 

4. Eine Ausschreibung für Schulbusbegleitdienste soll umgehend erfolgen. 

5. Die Teilnehmer einigten sich gemeinsam auf folgende Konsequenzen bei Fehlverhalten der Schüler/innen. Dazu gehören Identitätsfeststellung, Einzelgespräche mit Schulleitung und Eltern, Schulung der Schulbus-Fahrer, befristeter Ausschluss vom ÖPNV und eventuell einen Gesamt-Elternabend der betroffenen Schulen. 

Ein befristeter oder genereller Ausschluss aus der Schülerbeförderung ist nach Rücksprache mit der Regierung von Oberbayern nicht zulässig. Aber es könnte ein kostenpflichtiger Busverkehr über den ÖPNV angedacht werden – würde aber ein erhöhtes Engagement der betroffenen Eltern erfordern. Die Verwaltung möchte auf jeden Fall die Schulwegsicherheit für alle Schüler umfänglich gewährleisten und wird an den bisher eingeleiteten und weiteren geplanten Maßnahmen festhalten. Bürgermeister Albert Hingerl möchte sich vor Ort überzeugen und „demnächst einmal in einem Schulbus mitfahren.“ fu

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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