Umweltvortrag Bücherei Markt Schwaben

Wespen und Hornissen -lästige Plagegeister oder nützliche Tiere?

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Sorgen oft grundlos für Panik, wenn sie im Garten oder am Haus auftauchen: Wespen und Hornissen. Dabei wird ihr Nutzen häufig unterschätzt.

Welche Rolle Wespen und Hornissen für unsere Natur spielen und warum die Panik vor ihnen keineswegs begründet ist, darüber klärte ein Vortrag von Dr. Susanne Richardson auf.

Markt Schwaben – Wespen und Hornissen sorgen oft für einen Aufschrei und selten für Begeisterung. Hat man dann noch ein Nest am oder im Haus, ist die Panik vorprogrammiert. Aber ist das berechtigt? Dr. Susanne Richardson, Mitglied der Naturschutzwacht im Landkreis Ebersberg, hat eine Ausbildung zur Wespen- und Hornissenberaterin gemacht und über diesen Weg ihre Faszination für diese Tiere entdeckt. Beim sechsten Umweltvortrag in der Markt Schwabener Bücherei stellte sie in einem gut einstündigen Vortrag die verschiedenen Arten der hier lebenden Wespen, Hornissen wie auch Hummeln und Wildbienen vor. 

Richardson beschrieb die Lebensweise, die Ernährung, typische Nistplätze und einige Erkennungsmerkmale der wichtigsten bei uns vorkommenden Arten. Außerdem machte sie den ökologischen Nutzen all dieser Tierarten deutlich und zeigte auf, wie wir als Menschen Seite an Seite mit diesen Insekten friedlich leben können. 

Umdenken erforderlich

Mit detailliertem Fachwissen machte sie deutlich, wie stark die Insekten heutzutage gefährdet sind und dass ein Umdenken dringend erforderlich ist. Eine Zuhörerin fasste ihre Eindrücke nach dem Vortrag so zusammen: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal in einer Gruppe bin, die sich dem Schutz von Insekten widmen muss.“ Der Rückgang der Arten sei so weit vorangeschritten, dass wir uns über die zukünftige Bestäubung von Obst und Nutzpflanzen Sorgen machen müssen, so Richardson. Weitere negative Folgen für die vielen Tiere in der Nahrungskette, die von der Biomasse der Insekten leben, seien noch gar nicht absehbar. Damit Insekten überleben können, sei die Mithilfe von Landwirten, den öffentlichen Stellen und alle Bürger nötig, bekräftigte die Referentin. In der Landwirtschaft muss der Einsatz von Pestiziden und Neonikotinoiden reduziert oder vermieden werden, auf öffentlichen Grünflächen müssen blühenden Pflanzen angesät werden und auch das Potential der privaten Balkone und Gärten wurde nochmals betont. 

Keine Panik

Und wenn sich nun Wespen oder Hornissen einfinden und ein Nest bauen? Zuerst einmal: keine Panik. Die meisten Arten sind völlig harmlos, wenn man sie in Ruhe lässt und die alte Mär, dass Hornissen einen Menschen oder ein Pferd mit ihren Stichen töten können, ist schlichtweg falsch. Wenn Sie also ein Nest entdecken, können Sie das Landratsamt verständigen. Die Mitarbeiter beraten Sie gerne im Umgang mit den Gästen oder in der Frage, ob eine Umsiedlung möglich ist. Wichtig ist auch die Nachricht, dass alle Wespenarten ihr Nest nur einmal benutzen. Im nächsten Sommer bauen sie ein neues Nest an einer anderen Stelle. Wenn Sie also die Gäste in ihrem Garten tolerieren, so ist es nur für die Länge eines Sommers. Die Natur und die Umwelt werden es Ihnen danken.

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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